| Nach einer
Krebserkrankung kam ich 1996 zum ersten
Mal während der Chemotherapie und
Strahlenbehandlung in der Habichtswald-Klinik
in Kassel mit Guolin
Qigong
in Berührung.
Meine langfristigen Heilungsaussichten
aus schulmedizinischer Sicht waren nicht
sehr günstig, ich litt an einer
aggressiven Form von Brustkrebs. Früh
bemühte ich mich um Behandlungsalternativen
und wollte vor allem selbst etwas für
meine Gesundung tun.
In der Klinik berichtete
die chinesische Ärztin Qi-duan
Li über die großen Erfolge
des Guolin-Qigong in der Krebstherapie,
über die positiven Auswirkungen
auf das Immunsystem und die emotionale
Situation der Patienten. Ich schöpfte
Hoffnung und wollte es auch versuchen.
Qigong hatte ich bereits
viele Jahre zuvor während meines
Studiums kennen gelernt, aber nur sehr
unregelmäßig praktiziert.
Diesmal ging es um etwas anderes, eine
Übung, die Einfluss auf meine Erkrankung
haben sollte und jeden Tag im Freien
ausgeführt werden musste.
Am Anfang fielen mir
die Bewegungen sehr schwer, sie waren
ungewohnt, und ich empfand mich als
steif. Bei jedem Wetter sollte ich täglich
im Freien zwei Stunden lang üben.
Ich haderte mit meinem Schicksal - erst
die schwere Krankheit, die mein Leben
von einem auf den anderen Tag völlig
veränderte, nun sollte ich auch
noch bei Regen, Sturm und Minusgraden
nach draußen. Aber ich wollte
nicht aufgeben.

Zuerst übte ich aus
Angst. Ich nahm meine Erkrankung sehr
ernst und war mir des hohen Risikos
eines Rückfalls bewusst. Zunehmend
erkannte ich jedoch die positive Wirkung:
Meine Bewegungen wurden harmonischer,
ich fühlte mich mehr und mehr mit
der mich umgebenden Natur verbunden
und als Teil von ihr. Ich begann die
Übungen im Freien zu schätzen.
Selbst an regnerischen und stürmischen
Tagen erlebte ich diese Naturverbundenheit,
die ich vorher so nicht kannte.
Durch die so genannte
Windatmung (dem Körper wird dabei
vermehrt Sauerstoff zugeführt)
bekam ich das Gefühl, neue Energie
zu tanken und die Belastungen der Chemo-
und Strahlentherapie zu überwinden.
Meine eigene Erfahrung, dass durch die
Übungen mit Windatmung Nebenwirkungen
von schulmedizinischen Behandlungen
reduziert werden, bestätigten mir
später viele Teilnehmerinnen in
meinen Kursen.
Nach dem Klinikaufenthalt in Kassel
vertiefte ich das Erlernte in weiteren
Kursen bei Frau Qi-duan Li. Ich beschloss,
mich bei ihr in Traditioneller Chinesischer
Medizin mit Schwerpunkt Medizinisches
Qigong ausbilden zu lassen. Bereits
kurze Zeit später assistierte ich
in Frau Lis Kursen in Potsdam und lernte
dabei andere Krebspatienten kennen,
darunter einige, denen Schulmediziner
nicht mehr helfen konnten. Ihr Gesundheitszustand
hatte sich aber nach eigenen Aussagen
durch das Qigong stabilisiert. Bei anderen
waren die Selbstheilungskräfte
wieder aktiviert, einige berichteten
sogar von Tumorrückbildungen.
In der Auseinandersetzung mit meiner
eigenen Erkrankung erlebte ich noch
einige schwierige Situationen. Gestärkt
durch das Guolin-Qigong und durch die
Umstellung auf makrobiotische
Ernährung
konnte ich diese Krisen erfolgreich
überwinden.
Inzwischen unterrichte ich seit 1998
Menschen mit chronischen Erkrankungen
und Krebs. Und ich freue mich darüber,
dass ich den „Weg des Qigong“
anderen Menschen weitergeben kann.
|